Mario Dos Santos: Von Skizzen aus dem Klassenzimmer zu meisterhaften Tätowierungen
Brasilianischer Tattoo-Künstler Mario Jorge M. R. Dos Santos, Der in São Paulo geborene Mario hat eine Tattoo-Karriere aufgebaut, die auf Leidenschaft, Präzision und ständiger Weiterentwicklung beruht. Mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung verbindet Mario technisches Können mit großer künstlerischer Sensibilität.
Das Kind, das nicht aufhören konnte zu zeichnen
Mario war dieses Kind - derjenige, der im hinteren Teil des Klassenzimmers immer skizzierte, anstatt Notizen zu machen. “Ich wusste nicht genau, was ich im Leben machen wollte, aber ich wusste, dass es mit Zeichnen zu tun haben musste”, erzählt er. Im Alter von 12 Jahren machte er den ersten richtigen Schritt: Er ging allein zu einer nahe gelegenen Zeichenschule, um sich nach Unterricht zu erkundigen. Dieser Tag gab seinem Kindheitshobby eine neue Bedeutung und Richtung.
Ein Self-Made-Künstler in einer Arbeiterfamilie
Mario kommt nicht aus einem künstlerischen Umfeld. “Ich glaube, ich bin der erste in meiner Familie, der diesen Weg einschlägt”, sagt er mit einem Lächeln. Seine Großeltern lebten ein bescheidenes Leben auf dem Land, und sein Vater arbeitete in einer Metallfabrik. Doch Mario hat sich seinen eigenen Weg durch reines Engagement gebahnt.
Wie das Tätowieren ihn fand
Obwohl die Kunst in Marios Leben immer präsent war, dauerte es ein paar Jahre, bis er beim Tätowieren landete. Mit 19 Jahren entdeckte er Airbrush, Das half ihm, seine Technik und Handbeherrschung zu verfeinern - wichtige Fähigkeiten für sein künftiges Handwerk. Etwa zur gleichen Zeit führte ihn ein Cousin, der bereits tätowierte, näher an diese Welt heran.
Der Wendepunkt kam mit einem Besuch im legendären Scorpions Tattoo Studio in São Paulo, wo Mario seine erste Tätowiermaschine kaufte. Zwei Jahre später wurde er eingeladen, bei TattooYou, eines der berühmtesten Studios der Stadt. “Dort begann meine eigentliche Ausbildung”, sagt er. “Alles fing an zu klicken.”
Verliebt in die Linien
Marios erste Tage als Tätowierer waren nicht immer einfach. “Am Anfang hatte ich keinen Spaß daran, Linien zu stechen - ich wollte einfach nur die Schattierungen machen”, erinnert er sich. Das änderte sich jedoch, als er den Künstler Mauro Nunes sah, der ein kompliziertes Mandala tätowierte. “Mir wurde klar, dass ich Linien nicht mochte, weil ich nicht wusste, wie man sie richtig macht. Seitdem ist die Linienarbeit zu einer seiner größten Stärken geworden.
Ein auf Technik und Subtilität aufgebauter Stil
Mario bezeichnet sich selbst als “technischen Künstler”. Sein Tattoo-Stil ist eine Mischung aus Textur und Weichheit - ob durch sanften Realismus oder kühne Schattierungen. “Ich versuche, mein technisches Verständnis von Kunst direkt auf die Haut zu übertragen.”
Realismus mit tiefem Respekt vor der japanischen Arbeit
Die meisten von Marios Kunden kommen zu ihm wegen realistische Tattoos, und er liebt es, der Haut lebensechte Details zu verleihen. Aber er hat auch eine tiefe Bewunderung für Japanisches Tätowieren. “Es altert wunderschön und ich habe viel über Komposition gelernt und wie ein Tattoo mit dem Körper fließen sollte.”
Ein Tattoo wie maßgeschneiderte Kleidung entwerfen
Mario glaubt, dass eine Tätowierung so persönlich und passend sein sollte wie ein maßgeschneidertes Outfit. Er zieht es immer vor, seine Kunden zunächst zu einem Beratungsgespräch zu treffen. “Ein gutes Gespräch bei einem Kaffee hilft, das Eis zu brechen”, sagt er. Am Tag der Tätowierung berücksichtigt er sorgfältig den Lebensstil der Person - wie Sonneneinstrahlung oder Beruf - um ein Tattoo zu entwerfen, das nicht nur optisch, sondern auch praktisch zu ihr passt.
Linework: Die ultimative Tattoo-Fertigkeit
Wenn er eine Technik nennen müsste, die jeder Künstler beherrschen sollte, dann ist es die Linienarbeit. “Sie ist das Rückgrat der Tätowierung”, erklärt er. “Starke Linien halten das Design zusammen und sorgen dafür, dass das Tattoo hält.”
Langfristiges Denken: Tattoos, die gut altern
Für Mario, Struktur und visuelles Gleichgewicht sind die Schlüssel zu einem zeitlosen Tattoo. “Es geht nicht nur darum, wie es heute aussieht - es geht darum, wie es in 5, 10 oder 20 Jahren aussieht. Es ist wichtig zu wissen, wo man Schwarz, Kontrast und Linien platziert”.”
Den Prozess von Anfang bis Ende lieben
Wenn man ihn fragt, welche Phase des Tätowierens ihm am meisten Spaß macht, wird er sich nicht entscheiden. “Ich liebe alles. Wenn man nur das Endergebnis genießt, überstürzt man alles, was dazwischen liegt. Wenn man den Weg liebt, kann man etwas wirklich Solides schaffen.”
Entfaltung ohne Ego
Es ist nicht leicht, in der sich schnell verändernden Tattoo-Welt auf dem Laufenden zu bleiben. “Es gibt so viele neue Tools und Trends - einige davon mögen zunächst unnötig erscheinen”, gibt Mario zu. “Aber in dem Moment, in dem man sich abschottet, fällt man zurück. Für ihn liegt das Wachstum in der Balance zwischen den Erfahrungen der Vergangenheit und der Bereitschaft, Unbekanntes zu erforschen. ”Nur so bleibt man wach. So bleibt man inspiriert.“


